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Die Nakovana-Höhle


Eine ungewöhnliche Entdeckung lenkte kürzlich die öffentliche Aufmerksamkeit auf das historische Erbe der Halbinsel Pelješac. Oberhalb des Dorfes Nakovana, in der Höhle "Spila", fanden und untersuchten Archäologen eine illyrische Kultstätte aus der Zeit des Hellenismus (4.-1. Jahrhundert v. Chr.). Der Eingang der Kultstätte war mit Steinen verschüttet, und so war sie unberührt geblieben, seitdem sie vor zweitausend Jahren aufgegeben wurde.

Nach der Entfernung der davor liegenden Steine und der Überwindung eines engen und niedrigen Ganges gelangten die Archäologen in eine geräumige Höhlenhalle. Auf deren Boden lagen Tausende von Scherben feiner Keramikbecher, -krüge, -teller und amphoren. Diese wertvollen, luxuriösen Gefäße waren in Werkstätten der griechischen Kolonien in Süditalien und an der Adria sowie auch in Griechenland selbst gefertigt worden, und die Illyrer von Pelješac waren durch Handel oder Piraterie in ihren Besitz gelangt. Fast alle Gefäße waren vor einem einzelnen, 60 Zentimeter hohen Stalagmit phallischer Form versammelt.

Diese Menge von feinem Geschirr für Getränke und das Servieren von Speisen sowie auch Knochen von Ziegen- oder Lammhaxen zeugen von rituellen Mählern, die hier veranstaltet wurden. Die Votivgaben wurden an dem Stalagmiten als Symbol eines übernatürlichen Wesens abgelegt, das in der Höhle verehrt wurde. Über die Gestalt dieser "Gottheit" können wir bisher nur spekulieren, aber die bloße Form des Stalagmiten weist auf einen Fruchtbarkeits- oder Potenzkult hin oder auf die Verehrung von kriegerischer Stärke und Mut. In den letzten, unruhigen Jahrhunderten der Vorgeschichte wurden diese Eigenschaften über alles geschätzt.

Die Höhle bei Nakovana ist die einzige erhaltene und vollständig erforschte illyrische Kultstätte, die wir kennen. Gleichzeitig war es auch die einzige "versiegelte" Höhlenfundstätte in Kroatien, die von Archäologen gefunden wurde und nicht von zufälligen Passanten, und daher ist ihr wissenschaftliches Potential zur Gänze erhalten geblieben. Deshalb erwarten wir, dass die derzeit andauernde Analyse der Funde viele Einzelheiten über das geistliche Leben der Illyrer und ihre allmähliche Anpassung an die klassische mediterrane Zivilisation ans Licht bringen wird.

Parkwald


Orebić – Zypressenwald "Pod Gospu".

Wald der Pyramidenzypresse und Alpenkiefer an den Hängen am Meer unterhalb des Franziskanerklosters Velika Gospa.

 
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